1. Herren 55 - 2012

Die Mannschaft hat sich aufgelöst!

Es existiert eine neue 1. Herren 55 Mannschaft!

Was für eine Saison 2011!

 

Das non-plus-ultra für die Mannschaft wie auch für unseren Verein! Nach 5-jähriger Regionalliga und zahlreichen Erfolgen und Aufstiegen in den letzten über 10 Jahren wurde die Mannschaft in 2011 erstmals Meister der Regionalliga-West, was zur Folge hatte, dass die Endrunde zur Deutschen-Vereins-Meisterschaft erreicht wurde.


Und die fand auch noch auf heimischer Asche bzw. in der Nachbarschaft beim Glehner TC statt. Das 1. Septemberwochenende (2.-4.9.) sollte für die DJK das Highlight der bestehenden 27 Jahre Tennis in Holzbüttgen werden.


Der ganze Verein war auf den Beinen, die Mitglieder fieberten dem Endspielwochenende entgegen. Zahlreiche Helfer für die Organisation dieser Mammutveranstaltung konnten rekrutiert werden. Bei bestem Wetter und phantastischer Stimmung wurde ein Grand-Opening auf der DJK-Anlage gefeiert, bevor man am Samstag, den 3.9. zu den 1/2-Finalspielen antrat.


Unsere Gegner aus München, Lingen und der Titelverteidiger aus Eschborn waren mit den besten Spielern angetreten. Internationale Spieler aus verschiedenen Kontinenten schlugen im beschaulichen Holzbüttgen bzw. Glehn auf. Vom Weltmeister seiner Altersklasse, über den amtierenden Europameister wie auch dem aktuellen Deutschen Meister (der heimische Dan Nemes aus Holzbüttgen) war das Beste der Herren 55-Altersklasse an diesem Wochenende vertreten.


Die Anlage in Glehn war an beiden Tagen bestens besucht und man sah Tennis vom allerfeinsten! Unsere Mannschaft konnte das 1/2-Finale gegen München nach spannenden Matches knapp mit 5:4 für sich entscheiden, so dass am Sonntag das Finale gegen den Favoriten Eschborn gespielt werden konnte. Man war ja jetzt schon zumindest Vizemeister!


Aber man wollte mehr!! Und die Chancen zu gewinnen und Deutscher-Vereins-Meister zu werden, hatten alle Beteiligten wie auch Zuschauer und Fachleute als durchaus für möglich gehalten. Eschborn trat an mit zwei Australiern (Weltmeister 2010 Andrew Rae sowie Rod Frawley, ehemaliger Weltranglistenspieler und letztmalig bei den US-Open im 1/2-Finale 1988 Gegner keines geringeren als John McEnroe). Aber war das erlaubt? Zwei Nicht-EU-Ausländer einzusetzen? Die Wettspielordnung sagt etwas anderes; es darf nur ein Nicht-EU-Ausländer eingesetzt werden.


Fair wie unsere Mannschaft ist, hat man den Gegner über diese Regel im Vorfeld informiert. Man war jedoch sicher, dass dies nicht gilt und beide spielen könnten!! Ein anschließender Protest, egal wie das Spiel ausgehen würde, wurde bereits angekündigt, vor allem, um diese Unsicherheit und Statutendifferenz zwischen DTB-Ordnung und Regionalligastatuten zu klären.


Das Endspiel war ein Spiel auf Messer´s Schneide. Das Ergebnis nach 6 Einzeln mit 5:1 für Eschborn sagt nicht aus, wie eng und knapp die einzelnen Spiele ausgingen. Dan Nemes hatte gegen seinen Gegner (Nr. 1 Andrew Rae) sogar Matchball im 3. Satz, Rafael Ruiz hatte ebenfalls knapp nur den 3. Satz verloren, Dieter Gerhards gewann sein Match, ebenfalls im 3. Satz und mit Krampfbehandlung kurz vor dem Ende. Peter Lehnen verlor gegen Frawley äusserst knapp in 2. Sätzen, Andreas Dimmig verlor ebenfalls knapp in zwei Sätzen und unser lieber Peter Annan, der es noch mal in Deutschland bis zur Deutschen Meisterschaft gebracht hat, konnte allerdings wenig gegen seinen Gegner ausrichten und verlor glatt. Auf
die anschließenden Doppel wurde in gegenseitigem Einvernehmen verzichtet. Das Ergebnis lautete 5:1 nach den Einzeln für Eschborn.

 

Aber da war ja noch der Protest gegen die Aufstellung. Dies wurde nach dem Match noch einmal diskutiert. Eschborn sah dem Protest gelassen entgegen. Sie hatten in den vergangenen Jahren immer so gespielt und es hatte nie Proteste gegeben.


Und so kam es. wie es kommen musste. Die DJK legte Protest gegen die Wertung des Spieles ein. Die Entscheidung ging bis zum DTB-Sportgericht in Hamburg. Im März diesen Jahres wurde letztendlich entschieden und dem Protest wurde stattgegeben. Die DTB-Wettspielordnung sei anzuwenden gewesen und es durften keine zwei Nicht EU-Ausländer eingesetzt werden. Hiernach ist die Wertung des Spieles 9:0 für DJK Holzbüttgen.


Folgendes soll hier festgehalten werden: Die Mannschaft hatte nie das Ziel durch einen Protest nachträglich sich den Titel eines Deutschen-Vereins-Meisters zu erschleichen.


Aber durch die ständigen Hinweise an den Gegner vor den Mannschafts-aufstellungen und der Abwehr jeglicher Einsicht des Gegners war ein Protest unumgänglich. Auch wenn im nachhinein dieser Punkt in der Wettspielordnung geändert werden dürfte, gilt er trotzdem zum Zeitpunkt dieses Endspieles. Die Mannschaft bedankt sich bei dem Verein, den verantwortlichen Helfern und Unterstützern, dem Vorstand und im besonderen beim Mannschaftsmitglied Udo Titz, der so viel Spaß an der Sache hatte, dass er bereit war, in den letzten Jahren und zum Endspielwochenende einen ausserordentlichen Beitrag zu leisten, um erfolgreiche Jahre für diese Mannschaft zu gewährleisten!


Die Mannschaft hat sich für die neue Saison abgemeldet. Nicht weil es keinen Spaß bei der DJK gemacht hat, sondern im Gegenteil! Man hätte liebend gerne weiter die Regionalliga erhalten. Aber Dinge verändern sich und einige Spieler hatten andere Vorstellungen bzw. Zusagen gegeben zurück in ihre Heimatvereine zu gehen, so dass eine gut funktionierende Mannschaft nicht mehr so wie bisher antreten konnte. Für die Mannschaft waren es herausragende Jahre und für den Verein eine vielleicht nicht mehr zu erreichende Epoche in der Geschichte des Vereins. Viele Spieler bleiben aber dem Verein in anderen Bereichen und Mannschaften erhalten, so dass sich alle an die schöne Zeit bei der DJK erfreuen können.


Ingolf Schrick,
Mannschaftsfüher